Amphitheater
Bautyp: Amphitheater hatten den Grundriss einer Ellipse. Die Zuschauerränge stiegen nach oben an. Ganz oben wurden sie durch eine Säulenhalle abgeschlossen. Sie besaßen viele Tore und Aufgänge. Die Außenfassade war durch Bogenfenster gegliedert. Dort standen Statuen. Das größte Amphitheater der antiken Welt war das Colosseum (Bild: DEidG) in Rom.
Funktion: Amphitheater dienten Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen, nachgespielten Seeschlachten, Hinrichtungen, usw. Kaiser Titus vollendete den Bau des Colosseums, den sein Vater, Kaiser Vespasian, 72 n. Chr. begonnen hatte, im Jahr 80 n.Chr. und weihte ihn mit hunderttägigen Spielen ein. Es handelt sich um das größte Freilufttheater Roms und der antiken Welt. Die Zuschauerränge wurden zum Schutz gegen die Sonne durch ein riesiges Segel geschützt, zu dessen Bedienung ständig eine Abteilung der römischen Kriegsmarine in Rom stationiert war, die das Segel setzen und bergen musste. Die Arena war mit Holzplanken belegt. Unter der Arena befanden sich ein holzgedeckter Mittelgang in der Längsachse und zu beiden Seiten Ställe und (Magazin)räume für wilde Tiere, Gladiatoren und Todeskandidaten. Hebekräne beförderten sie nach oben.
Eine Aufführung begann mit dem Umzug der Gladiatoren. Diese marschierten vor die kaiserliche Loge und grüßten den Herrscher mit den Worten: Ave Caesar, morituri te salutant (Sei gegrüßt, Kaiser, die Todgeweihten grüßen dich!) Es gab Scheingefechte, dann ernsthafte Kämpfe paarweise oder in Trupps. Die Zuschauer fällten Todesurteile durch Senken des Daumens oder konnten begnadigen. Bei den Tierhetzen kämpften unterschiedlicher Tiere gegeneinander. Es gab dafür einen umfangreichen Handel mit wilden Tieren aus dem inneren Afrika. Auch die Seeschlachten verliefen blutig. Fortwirkung: Heutige blutige oder unblutige Stierkämpfe sind die Nachfolger der antiken Aufführungen. Sie finden ebenfalls in Arenen statt.
Amphitheater von El Djem im heutigen Tunesien, dem römischen Thysdrus. Außenansicht (Bild: DEidG)
Amphitheater von El Djem, Tunesien. Innenansicht. (Bild: DEidG) Man sieht die unteren Sitzreihen, unterbrochen durch Öffnungen zu den Aufgängen bzw. zu den Eingängen zum Theater. Das schwarze Gitter in der Arena bedeckt heute einen Gang, der Zutritt zu den Zwingern für die wilden Bestien gewährte. Er ist für Touristen zugänglich. Das bietet das Colosseum in Rom für Touristen nicht. Aus den abgedeckten Rechtecken konnte die Arena von unten betreten werden. Vergrößern dich.)
