Kabinettskrieg

Der traditionelle europäische Kabinettskrieg besitzt laut Sebastian Haffner folgende Grundsätze bzw. Kennzeichen:

  1. Die Disziplin der Armeen beruht auf Zwang und Gehorsam, nicht auf Überzeugung oder persönlichem Interesse der Soldaten. Diese gleichen eher Bauern im Schachspiel, die Fürsten spielen das Spiel. 
  2. Es gibt eine scharfe Trennungslinie zwischen kämpfender Truppe und nicht kämpfender Zivilbevölkerung. Soldaten sollen einander töten, nicht aber Zivilisten. 
  3. Der Krieg soll möglichst ins Feindesland getragen werden, um Verwüstungen im eigenen Land möglichst zu verhindern.
  4. Der Krieg soll nicht unbegrenzt dauern. Wenn er rational bleiben soll, muss er Ausnahmezustand bleiben, weil sonst sein Zweck den Preis nicht mehr rechtfertigt.
  5. Man soll den Krieg möglichst nicht durch alle Eskalationsstufen durchfechten, sondern eine schnelle Entscheidung suchen. Man ergibt sich, wenn weiteres Blutvergießen sinnlos geworden ist.

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Der Text beruht auf einem Artikel von Sebastian Haffner: „Mao und Clausewitz“ in: Günter Dill (Hrsg.): Clausewitz in Perspektive. Materialien zu Carl von Clausewitz: Vom Kriege, Frankfurt/M. Berlin Wien, Ullstein 1980, S. 652ff.

 

Vgl. Asymmetrischer Krieg | Totaler Krieg

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