Reliquie
Reliquien sind im Christentum körperliche Überreste von Heiligen, etwa der Kopf, Knochen, Haare, usw., oder Gegenstände, die mit Heiligen in Verbindung stehen, z.B. die Ketten Petri in der Kirche San Pietro in Vincoli in Rom.
Diese Überreste und Gegenstände werden von Gläubigen verehrt und teilweise berührt, weil man sich durch die besondere Nähe zum Heiligen dessen Fürsprache („Fürbitte“), Segen oder auch Heilung erhofft.
Im Mittelalter wurden Reliquien teilweise etwas anders verstanden als heute. Der eigentliche Unterschied ist im Wesentlichen eine Verschiebung der Betonung: Viele Menschen im Mittelalter glaubten, dass in Reliquien die besondere Kraft des Heiligen gegenwärtig war und durch sie beispielsweise Heilungen oder andere Wunder geschehen konnten. Historiker sprechen hier auch von der „Wirkmacht‘ einer Reliquie. Letztlich galt aber Gott als Ursprung dieser Kraft.
Die heutige Theologie betont stärker, dass Reliquien Zeichen und Gegenstände der Verehrung sind und dass jede übernatürliche Wirkung letztlich von Gott ausgehe.
Reliquien sind von Gnadenbildern zu unterscheiden.
