Neue Sachlichkeit
Die Neue Sachlichkeit ist eine Literaturströmung der Weimarer Republik, die sich insbesondere als Reaktion auf den Expressionismus, aber auch in Abgrenzung zu subjektivistischen und ästhetisierenden Tendenzen des Impressionismus und Symbolismus entwickelt.
Der Erste Weltkrieg ist vorüber. Die Erfahrung des Krieges, die deutsche Niederlage, der Versailler Vertrag und die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Nachkriegszeit haben zu einer tiefgreifenden Desillusionierung und Ernüchterung geführt. An die Stelle früherer Aufbruchsvisionen tritt eine neue, stärker an der konkreten Wirklichkeit orientierte Haltung.
Die Neue Sachlichkeit beobachtet die gesellschaftlichen Verhältnisse, die politischen Entwicklungen und den modernen Alltag genau. Ihr nüchterner, präziser und häufig distanzierter Ton ist Ausdruck dieser veränderten Haltung gegenüber einer als widersprüchlich und krisenhaft erfahrenen Wirklichkeit.
