Biedermeier (Literatur)
Die Biedermeierliteratur war im Unterschied zur Romantik, wo adlige Schriftsteller noch eine große Rolle spielten, bürgerlich. Das Biedermeier (1820 - 1850) steht im Gegensatz einerseits zur Romantik, andererseits zur Klassik und zur politischen Vormärzliteratur, denn es ist einerseits eine frühe Strömung des literarischen Realismus, andererseits privat orientiert. Zeitlich läuft es neben der politischen Vormärzliteratur, der Romantik und der Spätzeit Goethes her. Es ist eher eine große literarische Strömung als eine literarische Epoche, was es mit der Vormärzliteratur gemeinsam hat.
Die Zeit der Französischen Revolution, der Hegemonie Napoleons und der großen Umbrüche war vorbei. Es kam die Zeit der Restauration, und die alten Mächte saßen wieder fest im Sattel. Man zog sich ins Privatleben zurück, und Privatheit spielte auch in der Literatur eine große Rolle. Es wird eine Welt der Ordnung, des Maßes und der Häuslichkeit geschildert. Kennzeichnend ist einerseits genaue Beobachtung des Kleinen, andererseits werden zugleich unterschwellige Konflikte dargestellt. Bei Annette von Droste-Hülshoff etwa (Die Judenbuche) wird hinter der geordneten Oberfläche eine problematische Gesellschaft sichtbar.
