Wiener Moderne (1890 - 1910)
Die Wiener Moderne ist eine literarische und kulturelle Bewegung, die sich um 1900 in Wien entwickelte. Sie umfasst verschiedene literarische Strömungen, insbesondere Impressionismus, Symbolismus und Décadence.
Kennzeichnend ist die intensive Beschäftigung mit der menschlichen Psyche. Vor dem Hintergrund der Krise des traditionellen Ich- Verständnisses und wachsender Zweifel an der Möglichkeit objektiver Wirklichkeitserkenntnis rücken subjektive Wahrnehmungen, innere Konflikte und unbewusste Vorgänge in den Mittelpunkt. Zugleich suchen die Autoren nach neuen sprachlichen und literarischen Ausdrucksformen und hinterfragen die Möglichkeiten der Sprache, Wirklichkeit angemessen darzustellen.
Wichtige Themen sind Sexualität, Tod, Vergänglichkeit, Identitätskrisen und gesellschaftliche Konventionen.
Die der Wiener Moderne angehörigen Unterströmungen unterscheiden sich zusammengefasst vor allem in folgenden Punkten:
Impressionismus:
Flüchtige Sinneseindrücke, subjektive Wahrnehmungen und Augenblicksstimmungen
Symbolismus:
Vieldeutige Bilder und Symbole, Andeutung verborgener Sinnzusammenhänge, suggestive Sprache
Décadence:
Verfall, Überfeinerung, Lebensmüdigkeit, gesteigerte Sensibilität und Krisenbewusstsein
Zu den wichtigsten Vertretern gehören Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Peter Altenberg und Richard Beer-Hofmann.
