Roman
Der Roman ist eine umfangreiche epische Großform in Prosa. Aufgrund seines Umfangs bietet er besondere Möglichkeiten, Figuren und ihre Entwicklung sowie komplexe Handlungen, Lebenswelten und gesellschaftliche Zusammenhänge ausführlich darzustellen. Romane können zahlreiche Figuren und mehrere miteinander verbundene Handlungsstränge enthalten. Die Form des Romans hat sich im Laufe der Literaturgeschichte vielfach gewandelt. Es lassen sich zahlreiche, teilweise miteinander kombinierbare Romanformen unterscheiden, beispielsweise Gesellschaftsroman, Künstlerroman, Eheroman, historischer Roman, Entwicklungsroman oder Kriminalroman.
Der Entwicklungsroman stellt die längerfristige Entwicklung einer Hauptfigur in den Mittelpunkt.
Eine besondere Ausprägung des Entwicklungsromans ist der Bildungsroman. Er schildert die Selbstbildung einer Figur in der Auseinandersetzung mit sich selbst, anderen Menschen und der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Durch Erfahrungen, Konflikte und Irrtümer verändert die Figur ihre Vorstellungen von sich und der Welt und gewinnt an Reife. „Bildung“ bedeutet dabei nicht bloße Wissensaneignung, sondern die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Als klassisches Beispiel des deutschen Bildungsromans gilt Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre, siehe Dein Einstieg in die deutschsprachige Literatur, dort Literaturepoche Deutsche Klassik.
Thomas Mann greift die Tradition des Bildungs- und Entwicklungsromans in seinem unvollendeten Roman Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull ironisch und parodistisch auf, siehe Dein Einstieg in die deutschsprachige Literatur (Teil 2)
Der Kriminalroman stellt ein Verbrechen und die damit verbundenen Vorgänge in den Mittelpunkt. Eine wichtige Unterform ist der Detektivroman, in dem ein zunächst rätselhaftes Verbrechen durch einen Detektiv, Kommissar oder eine andere ermittelnde Figur aufgeklärt wird. Häufig erfährt der Leser erst am Ende, wer der Täter ist; falsche Spuren können dabei die Aufklärung erschweren. Bei anderen Formen des Kriminalromans sind Täter und Tathergang dem Leser dagegen von Anfang an bekannt. Die Spannung entsteht dann vor allem aus der Frage, wie das Verbrechen aufgeklärt und der Täter überführt wird. Ein Beispiel wäre Friedrich Dürrenmatts Der Richter und sein Henker, siehe Dein Einstieg in die deutschsprachige Literatur (Teil 2)
